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[Warum Radreisen mit Kinderanhänger] [Wie alt solten die Kinder sein] [Reiseplanung] [Anreise] [Unterkunft] [Hänger]

Warum Radreisen mit Kinderanhänger?

Schon zu zweit waren Radreisen für uns eine ideale Urlaubsform. Uns war klar, daß wir diese Art zu reisen auch mit Kindern weiter durchführen wollten. Mit dem ersten Kind ändert sich vieles, aber viele Dinge sind weiterhin möglich, wenn man sich und seine Erwartungen anpaßt. Der Transport im Kinderanhänger bietet für die Kinder viele Vorteile. Wer einmal gesehen hat, wie ein kleines Kind zusammengesunken, den Kopf hin- und herpendelnd, schlafend in einem Fahrradkindersitz transportiert wird, der wird einsehen, daß ein Fahrradkindersitz nur für kurze Strecken tauglich ist. In einem Kinderanhänger ist das Kind vor Witterungseinflüssen geschützt und beim Schlafen kann der Kopf mit einem Schlafkragen oder mit einem zusammengelegten Pullover abgestützt werden. Bei kühler Witterung wird das Kind einfach in eine warme Decke gehüllt. Die Fortbewegung ist im Gegensatz zum Autofahren so langsam, daß die Kinder ihre Umgebung auch wahrnehmen können. Es ist fast jederzeit möglich, anzuhalten, um das gerade Entdeckte näher in Augenschein zu nehmen oder befühlen zu können. Der Hänger bietet genügend Platz, um Spielsachen, Bilderbücher oder z.B. die gerade gepflückten Getreidehalme griffbereit zu haben. Selbst bei älteren Kinder, die schon einige Kilometer selbst Fahrrad fahren können, bietet der Hänger noch eine willkommene Gelegenheit, sich einmal auszuruhen. Bei unserer letzten Tour haben sich unsere Töchter mit dem Radfahren abgewechselt. Bei ebenen Strecken ohne Autoverkehr durfte die jüngere mit dem Fahrrad fahren und die ältere hat sich gefreut, sich im Hänger ein Buch anschauen zu können.

Als Eltern, und vielleicht erfahrene Reiseradler, muß man sich jedoch darüber im Klaren sein, daß eine Radreise mit Kindern völlig anders abläuft, als bisher gewohnt. Statt früher 70-100 Kilometer am Tag sind es jetzt vielleicht noch 30 Kilometer, die man zurücklegen kann. Wenn man früher von neun Uhr morgens bis fünf oder sechs Uhr nachmittags im Sattel saß, so ist man jetzt froh, um elf Uhr loszukommen und um drei oder vier Uhr wird es Zeit, die Tagesetappe zu beenden. Es kostet viel mehr Zeit, wenn ein Elternteil allein die Ausrüstung zusammenpacken muß, weil sich der andere um das Kind kümmert. Das soll jetzt nicht abschrecken, sondern nur helfen, nicht mit falschen Erwartungen an die Reise heranzugehen. Jemand, der sich darüber ärgert, “nur” 30 Kilometer geschafft zu haben, wird die Reise nicht genießen können. Es muß immer ein Kompromiss zwischen den Ansprüchen der Eltern und der Kinder gefunden werden, wobei im Zweifel immer die Kinder den Vorrang bekommen.

 

Wie alten sollten die Kinder sein?

Unsere Tochter Sina war ca. ein Jahr alt, als wir unsere erste 14tägige Radreise unternommen haben. Sie hat auf der Wiese vor einer Jugendherberge in Dänemark ihre ersten Schritte ohne fremde Hilfe unternommen.

Voraussetzung für eine Radreise ist der geeignete Hänger und die erfolgreiche Durchführung von Tagestouren als Vorbereitung. Einem Kind, dem der längere Transport in einem Hänger nicht zusagt, sollte man keine Urlaubstour zumuten. Kinder, die noch nicht frei sitzen können, kann man bei kürzeren Strecken im Hänger in Liegeschalen transportieren, falls der Hänger die sichere Befestigung zulässt; aber eine längere Tour sollte man ihnen darin nicht zumuten. Für längere Touren sollte das Kind sicher sitzen können. Das Startalter für Tagestouren ist deshalb zwischen einem halben und einem dreiviertel Jahr und das Alter für mehrtägige Touren ca. ein Jahr. Weiterhin muß sehr kritisch beurteilt werden, ob der anzuschaffende oder angeschaffte Hänger für längere Touren geeignet ist. Wichtig ist, daß die Kinder sicher und bequem sitzen und auch schlafen können. Zur Abstützung des Kopfes beim Schlafen kann man einen Schlafkragen benützen oder einfach einen dicken Pullover zwischen Seitenwand und Kopf stopfen.

 

Reiseplanung

Bei der Planung der Reise sind verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Natürlich wird die Vorliebe für ein bestimmtes Land oder eine bestimmte Gegend entscheidend sein. Dabei sollte aber unbedingt das Steigungsprofil und die vorherrschende Windrichtung mit in die Planung einbezogen werden. Selbst wenn keine Campingausrüstung mitgeführt wird, muß ein gehöriges Mehrgewicht gezogen werden. Zusätzlich zum Gepäck am Rad hängen noch einmal 20-25 kg hinten dran, die sich bei Steigungen gehörig bemerkbar machen. Es ist daher dringend anzuraten, einen möglichst flachen Tourenverlauf vorzusehen.

Für die Streckenwahl gilt es, folgende Punkte besonders zu beachten:

    -möglichst flaches Streckenprofil

    -Tagesetappen von 20-30 Kilometern Länge

    -kindgerechte Pausenmöglichkeiten einplanen: Strand, Spielplätze, Hafen, Eisessen u.s.w.

    -genügend mehrtägige Aufenthalte an einem Ort und auch mal einen Strandtag mit einplanen.

 

Anreise

In den seltensten Fällen liegt der Startort der Urlaubsradtour direkt vor der Haustür. Eine stressfreie An- und Abreise erhöht den Erholungsfaktor ganz enorm.

Für längere Anreisen ist die Bahn inzwischen nicht mehr zu empfehlen, da es, bis auf ganz wenige große Städte, keine Möglichkeit mehr gibt, Räder und Hänger als Gepäck zum Zielbahnhof vorauszuschicken. Die Fahrradmitnahme im ICE ist zur Zeit noch nicht möglich, und bei anderen Zügen bleibt die Problematik des Umsteigens. Wenn ein Elternteil sich um das Kind kümmert, muß der andere Elternteil sich um die Fahrräder, den Hänger und das Gepäck kümmern. Das ist nervenaufreibend bis unmöglich.

Bei der Anreise im Auto ist genügend Zeit einzuplanen und im Interesse der Kinder und des Stressabbaus sollten keine Mammutetappen durchgeführt werden. Einen sicheren Abstellplatz für das Auto während der Radtour erfragt man am besten in der Unterkunft am Ausgangspunkt der Radtour. Wir haben auch gute Erfahrungen gemacht, im Zweifel einfach bei der örtlichen Polizeidienststelle nachzufragen.

 

Unterkunft

Die Art der Unterkunft hängt natürlich stark von persönlichen Vorlieben ab. Hier ist vom Hotel über Pension, Jugendherberge und Camping alles möglich.

Hotels und Pensionen sind eher teurere Unterkünfte, bieten aber die Möglichkeit, die Gepäckmenge stark zu reduzieren. Leider sind Radfahrer, insbesondere nach Regenfällen, in vielen Hotels immer noch nicht gerne gesehen. Mit Kindern verstärkt sich diese Abneigung eher noch. Nur in radtouristisch gut erschlossenen Gebieten stellen sich immer mehr Hotels auf Radfahrer ein.

In Jugendherbergen sind Kinder kein Problem. Dort regt sich niemand auf, wenn beim Essen mal etwas danebengeht. Die gesamte Einrichtung ist auf rauhen Umgang ausgelegt. Unsere Kinder sind von dem ganzen Trubel um sie herum immer so begeistert, daß sie selbst das Essen ganz vergessen. In den meisten Jugendherbergen gibt es inzwischen Familien-Zimmer, oft mit eigener Dusche und WC. Bei Jugendherbergen unbedingt JH-Schlafsäcke oder Bettwäsche mitnehmen, das entlastet das Reisebudget. Leider sind die Preise in Jugendherbergen dennoch alles andere als familienfreundlich, für eine vierköpfige Familie zahlt man einen stolzen Preis. Einfache Hotels oder Pensionen bieten oft mehr Komfort bei günstigeren Preisen.

Für uns ist Zelten immer noch die bevorzugte Art der Übernachtung bei Radreisen, trotz des notwendigen Mehrgepäcks. Unsere Kinder lieben es, im Zelt zu schlafen. Fast jeder Campingplatz verfügt über einen Spielplatz. Außerdem gibt es immer andere Kinder zum Spielen.

 

Hänger

Hier nur einige Punkte zur Reisetauglichkeit von Kinderanhängern. Der Hänger muß einen bequemen und sicheren Sitz aufweisen. Ein gefederter Hänger ist auf längeren Etappen von Vorteil und erhöht die Bequemlichkeit für das Kind. Ganz wichtig für Radreisen, bei denen auch mal im strömenden Regen gefahren werden muß, ist eine gute Wasserdichtigkeit des Hängers. Kein Kind mag im Nassen sitzen, und es ist auch nicht angenehm, wenn Spielsachen, Bilderbücher oder Reisegepäck in einer dreckigen Pfütze auf dem Hängerboden liegen. Es ist von großem Vorteil, wenn der Hänger außer dem Platz für das oder die Kinder und einigen Spielsachen noch Platz für Gepäck hat. Der Hänger sollte insgesamt sehr robust sein.
Ausführlichere Informationen zur Auswahl und Beurteilung von Kinderanhängern sind unter
[Fahrradanhänger für Kinder] beschrieben.